Donnerstag, 10. Februar 2011

Boneraper


 Wie leite ich am besten die ganzen Photos ein, die nun folgen? Vielleicht gar nicht.



  Ich war auf dem Weg zur Bank, als ich an dem Knochenwaal an unserer Uni vorbeikam. Nur ein paar Bilder, vielleicht, ein Panorama. Nun, natürlich konnte ich das Zoologische Museum der Uni nicht unbesucht lassen. Schon mit Eni hatte ich so viel Spaß darin und diesmal - mit besserer Ausrüstung - vom Photographischen Standpunkt her umso mehr! Ihr hättet es auch selbst erkannt, aber fast alle Bilder sind bearbeitet. Manchmal scheint mir, als ob ein richtig gutes Photo nicht nur durch tausende Euro Equipment und einen erfahrenen Kameramann mit geschultem Auge entsteht, sondern in erster Linie durch gekonnte Bildbearbeitung. Man muss schon ein Photographiegott sein und auch ein bisschen Glück haben (oder einfach immer alles ablichten), damit ein komplett unbearbeitetes Photo wirklich BAM macht.


 Ich weiß nicht warum, aber dieses Bild erinnert mich irgendwie an das Magazin der Deutschen Bahn. Die unglaubliche Schärfe des Kopfes im Hintergrund kommt durch die F1.4 und Bildmittenkomposition (da ist meine Linse bei dieser Blende am schärfsten) zustande. Das wäre ein gutes Referenzbild für den mit-und-ohne-Polarizer-Vergleich. Letzterer dürfte die Reflexionen auf dem Glas verschwinden lassen. Ich geh nochmal ins Museum wenn das gute Stück da ist!




 Ich war heute ehrlich gesagt von meiner Kit-Linse beeindruckt, was sowohl Schärfe, als auch Unschärfe angeht (v.a. bei diesem suboptimalem Licht ohne Stativ!). Diese beiden Bilder hier und auch die nächsten wurden mit ihr aufgenommen, bis ich gemerkt habe, dass ich für manche Motiv mehr Bokehliciousness brauche.


  Die Krabbe (Hansa wüsste wohl etwas präziser, worum es sich handelt) komplett unbearbeitet! Für mich macht das Bild ein bisschen BAM. Nicht zuletzt wegen der marginal beschnittenen Rundung oben. Langsam kann ich sowas verstehen und akzeptieren (hätte früher getobt).


 Da ist wieder meine zehn- oder zwölfbeinige Freundin. Einfach zu cool das Ding. Möchte ihr trotzdem nicht live begegnen (wird eh nicht passieren - ist ausgestorben).

 
 Hier hab ich dann eindeutig die F1.4 gebraucht. Und unten noch eine Photographie von einem Brustkorb. Welch wundervolle Rippen...

 


Wo kommt jetzt schon wieder die Bank her? Auf meinem hastigen Heimweg musste noch Zeit für die Bank in anderem Licht sein. Auch andere Perspektive und andere Bearbeitung. Bald werden die Krokusse blühen!


 




  Im alten Turm der Universitätskirche Great St Mary ist spät noch wer wach.













 Viel dramatischer die uralte Round Church aus dem Mittelalter. Passt bei 50mm Festbrennweite gar nicht auf's Bild. Not macht Komposition.


CCTV is always in use. Everywhere. Sough English. Just like the red phone booths.

 Am gleichen Abend ein Photo von der Seidig- keit meiner blauen Cheap Monday.
A blue jeans cannot get any bluer than this!
Silkier neither ever!

  Niemand weiß, wie, aber es hat sich eine Person auf meine Photos verirrt! Lucía mit Silberlinie auf ihrer rechten Gesichtshälfte. Leider hab ich vergessen, die ISO 6400 vom verherigen Photo rauszunehmen. Anfängerfehler, argh. Jetzt ist alles grieselig... so negativ soll der Eintrag heute aber nicht enden. Für alle, die ein Herz für Photographie haben, der letzte Abschnitt. Alle anderen können aufhören zu lesen (werden jedoch das schlechte Gefühl der Grieseligkeit als letzten Eindruck in Kauf nehmen müssen ;p).








Addendum


 Dieses Bild hat mir die Entscheidung maßgeblich erleichtert, ob ich weitere 20 Euro für noch einen Filter (Hoya NDx8 HMC - verdunkelt einfach nur die Linse gleichmäßig, sodass man auch bei Tageslicht längere Verschlusszeiten für z.B. milchiges Wasser verwenden kann. Ein Muss für Photographie in Schnee) ausgeben will. Das Wasser ist bei 2" auch ohne Filter schön milchig und auch nicht viel zu hell. Hab außerdem noch zwei ganze Stufen EV-Korrektur Spiel nach unten :)


  Meine in diesem Eintrag bereits gepriesene Kit-Linse stellt sich als echte Einsteiger-Makro heraus (dieses Photo handgehalten bei F36 aus einem Abstand von 16cm zum Linsenfrontglas!!). Spart mir (vorerst) 390 Euro, aber ich werde mir wohl doch irgendwann die Tamron SP AF 90mm f2.8 Di leisten. Ein irrationaler Herzenswunsch, aber endlich habe ich mal etwas, für das ich mein Geld gerne ausgebe ^^

 


 Kompositionsstudien nachts um zwei in der eigenen Unordung. Bei F1.4 sieht alles gut aus, finde ich. Hier hab ich zum ersten Mal Sachen absichtlich ganz knapp abgeschnitten. Soll aber nicht zur Gewohnheit werden...


















  Zuletzt: Bokeeeeeehhh... so damn creamy!
Gute Nacht, meine Lieben!

Dienstag, 8. Februar 2011

Was haben eine Fernbedienung, ein Gorilla und mehrfachvergütetes Glas gemeinsam?

 Ich habe sie gerade bestellt ^^,
Endlich habe ich den günstigsten Weg gefunden, meine heißbegehrten Ergänzungen zum vollendeten Photographenglück zu bestellen: drei Filter, ein Stativ, ein Fernauslöser und ein Reinigungskit. Überraschender Weise ging alles über amazon.co.uk am billigsten, drum hab ich nicht lang gezaudert und mir obendrein £20 Versandkosten gespart. Außerdem waren die Anschaffungen noch um einiges günstiger, als sie in Deutschland gewesen wären, dem schwachen Pfund sei Dank (ganz davon zu schweigen, was die Sachen im Geschäft gekostet hätten - mindestens das Dreifache)!

  Für die meisten hier wird das wohl der langweiligste Eintrag bisher, mir egal, ihr seht später die Unterschiede in den Bildern (wenn ich euch auf sie aufmerksam mache).

 Die Filter (alle 55mm, passen somit auf beide Sony-Objektive)
- Hama UV Filter 390 (0-Haze) Wide 3 mm, C14 Coated
 Schutz für's Objektiv. Unter Profis umstritten, aber bei der Highend-Qualität dieses Filters (14fach-Vergütung!) geht auch nichts (wahrnehmbares) an Bildqualität drauf. Hat ein Frontgewinde, sodass man noch einen Filter vorschrauben kann. Extraflach für Superweitwinkelaufnahmen.
- Hoya Pro-1 Digital PL-CIR
  Zirkulärer Polarisationsfilter. Minimiert Reflexionen von nicht-metallischen Objekten (Wasser, Glas, etc.) und erhöht die Sättigung im Bild, macht insbesondere einen blauen Himmel noch blauer und Gras noch satter. Unverzichtbar für Landschaftsaufnahmen :D
- Hoya Star 8
 Das ist einfach ein kleiner Effektfilter, den ich mir gewünscht habe. Keine weitere Beschreibung, ihr sollt das Ergebnis später bei der Anwendung im Bild sehen.

 Das Stativ
Ein Joby Gorillapod GP2 SLR, den man sich wie einen Affen überall dranklammern lassen kann. Nach langer Überlegung dem Trendobjekt verfallen, da es hier nur £30 kostet, einen späteren Stativkopf für ein "ordentliches" Stativ ersetzen kann, klein und leicht ist, sowie v.a. sehr flexibel. 

 Der Fernauslöser
Wozu das denn, wenn man schon einen Auslöseknopf an der Kamera hat und für verwacklungsfreie Bilder einfach den Selbstauslöser verwenden kann? Nun, für Sternenphotographie, zum Beispiel. Da müsste ich sonst den Auslöseknopf ohne zu Verwackeln - was selbst mit Stativ unmöglich ist - ca. 30 Minuten lang drücken. Bei der kleinen Infrarotfernbedienung (leider ohne Kabel, aber hey: bei £ 5.99 konnte ich nicht nein sagen) drücke ich einmal drauf und wenn mir die Belichtungszeit recht, nochmal. Es gibt auch noch andere Anwendungsgebiete, aber ich will es auch nicht mit dem Photographie-Eintrag übertreiben...

 Das Reinigungs-Kit
Hilft dabei Gehäuse und Objektive schonend zu reinigen und verkauft sich aufgrund der weitverbreiteten Photographenparanoia (F40.2 Amathophobie) wohl hervorragend. Hab jetzt mal nicht das Set von Carl Zeiss für umgerechnet über 40 Euro genommen, sondern das von Hama für'n Zehner. It get's the job just as well done.

  Da sage einer, man könnte sein Auslands-BAföG besser auf den Kopf hauen :D

Freitag, 4. Februar 2011

Das Wichtigste hab' ich natürlich vergessen...

 Zwar gestern erst massig geschrieben, aber seitdem sind ja schon wieder 24 Stunden vergangen und die Sonne hat geschienen. Das heißt: Photos!


  Diese beiden Bilder von einem Universitätsgebäude sind komplett unbearbeitet (abgesehen von ein bisschen Ausrichtungskorrektur und Zuschneiden bei dem rechten). Der Unterschied: Obiges ist ohne Kreativfilter (Software in der Kamera zur Veränderung der Farbwiedergabe) geschossen, das Rechte mit "Vivid". Zusätzlich kann man Kontrast, Sättigung und Schärfe für jeden Filter (die anderen sind Portrait, Schwarzweiß, Sonnenuntergang und Gottweißwas) in sieben Abstufungen gesondert einstellen. Wenn man nicht auf Natürlichkeit steht, kann man sich so die Nachbearbeitung sparen oder bestimmten Events oder Ausflügen eine bestimmte Note verleihen, indem man alle Bilder mit dem gleichen Filter schießt.





 Und noch eine von den tausenden Kirchen hier. An Sättigung, Kontrast, Farbtemperatur und Rarbton herumgespielt.


  Ein einladend ausladender Baum im Emmanuel College (wenn jemand bei den Kanapepoeten ein solches Wortspiel bringen würde, würde ich nur mit den Augen rollen). Kontrast und Sättigung offensichtlich maximiert.

 Mein Lieblingphoto von der Tour, durch den Zaun um einen Kirchenhof aufgenommen. Gänzlich unbearbeitet, lediglich vom Raw-Format in Jpeg umgewandelt, damit ich es hier hochladen kann. Für die Photointeressierten unter euch:
50mm, F2, 1/160, ISO 100.
 Wenn ihr sehen wollt, wie dieses Bild nach 30 Sekunden rudimentärster Bildbearbeitung aussieht, scrollt zu Ende des Eintrags (ich bevorzuge aber die unbearbeitete Variante). 

 Genug Photoenthusiasmus; das Wichtigste, das vergessen ward im letzten Eintrag: Es ist ja gerade Sale in England (die Briten haben noch das SSV/WSV-System, nicht wie in Deutschland 365 Tage Dauer-Sale-Alles-Muß-Raus-Räumungsverkauf), daher habe ich mir jetzt mal einen Einkauf im Topman geleistet, der mich damals in Stockholm nicht beeindruckt hat, aber in den ich mich hier in England verliebt habe. Anzüge mit Skinny-Fit, Folk-Töne (Jaguar-Grün, Erdfarben, Bordeaux), T-Shirts mit tiefem V-Ausschnitt, Twead, Lederschuhe und die wunderbarsten Accessoires. Jedes Teil etwas Besonderes. Wer schon mal mit mir Einkaufen war, weiß, dass ich zwei Stunden in einem Geschäft verbringen kann, 30 Teile anprobiere und zum Schluss doch vielleicht nur eines davon kaufe. War hier auch der Fall, aber mit dem Unterschied, dass ich fünf Teile gekauft habe (für nur 98 GBP!). Hoffentlich lernt ihr alle Teile im Laufe des Blogs kennen, denn ich liebe sie! Also: ein Skinny-Einkopf-Sakko aus einem Woll-Polyester-Viskose-Blend in dunklem eridgen Braun, passend dazu eine olivgrüne Tweedhose im Skinny-Karottenschnitt, ich hab auch endlich das schwarze Anzughosen-Problem gelöst, natürlich auch in Skinny und sogar mit Bügelfalte (diese tatsächlich erst gegen 1900 erfunden!), ein blaumelierter dünner Baumwollpullover mit Kapuze (alles auf links gestrickt) und nicht zuletzt der mondweiße Pulli mit wallendem Rollkragen, den ihr unten seht (auch auf links gestrickt und ohne Bündchen, daher rollen sich die Ärmel nach innen ein - wie cool ist das bitte?!).



Anhang

Welche Version gefällt euch besser? Bitte schreibt eure Meinung in einem Kommentar!

Donnerstag, 3. Februar 2011

Welcome to Authentic Happiness!

 A warm "welcome back" from Grinding the Flap! Long time no see...

Verzeiht meine Verschwiegenheit, aber es geht ununterbrochen drunter und drüber. Die Internet-Begrenzung, die ich mir selbst auferlegt habe (max. 90 Minuten am Tag) ist fast überflüssig, da ich ohnehin nicht viel an den PC komme. Letztere ist übrigens eine von fünf praktischen Ingredienzien, welche meine Deutschigkeit (Effizienz) in England verbessern sollen. Gut lesbar und farblich hervorgehoben in meinem kleinen Kämmerchen sind fünf Formeln angebracht, deren Imperativ die Handlungsinitiierung erleichtern soll:

1. Sleep ist beauteous! 12pm!
2. Get real - internet is for geeks!
3. You could be reading right now!
4. How was your day?
5. What's planned for tomorrow?

 Ok, nicht nur Imperative, aber es hilft.

 Also, was is passiert letzte Woche und warum habe ich nicht eher davon berichtet? Ich war auf einem Swap mit den Newnham-College-Ruderinnen, am gleichen Abend erhielt ich eine SMS mit der Inschrift "Du bist geil!" und wir haben einen Geburtstag gefeiert. Und ich habe nicht früher davon berichtet, da ich nebst oben genannten Gründen kaum Photos zu präsentieren habe. Meine Kompakte liegt verstaubend in der Ecke, da ich das Ladekabel zwischen Umzug, Trier und Landshut verschlampt habe. Ein Jetset-Leben ist das! Zu welchem Spotify jederzeit die passende Musik liefert: Bob Dylan, Sonic Youth und The Horrors.

 Aber was in aller Welt ist nun schon wieder ein Swap? Man trifft Leute von anderen Colleges und säuft. In diesem Fall waren wir im Curry Garden, war also ziemlich ähnlich wie damals im Mahal: pennying, general fines und gutes indisches Essen. Wobei ich leider keine nennenswerten Bekanntschaften gemacht habe, was aber bei meinem Zeitplan schon fast erfreulich ist. Wäre vielleicht anders gelaufen, wenn ich mit den Leuten noch in's Cindies gegangen wäre, schließlich war es Mittwoch. Stattdessen ging ich aber mit einem Liter Smirnoff bewaffnet auf Alishahs Geburtstagsfeier...

 Wer schrieb die obszöne SMS noch dazu auf einer so obszönen Sprache wie Deutsch? Es war Beau O'Sullivan, ein kürzlich geouteter englischer lad, der es nun auf mich abgesehen hat. Er ist ein wirklich netter Kerl und man muss ihm zu Gute halten, dass er anfangs nicht wusste, dass ich 'ne Hete bin, aber er bleibt schon arg offensiv ("c'mon sleep with me") auch nachdem ich ihn aufgeklärt habe... this is the English game - fight or flight.

 Eine zweite Geburtstagsfeier galt es zu feiern, als Tea aus Bulgarien 21 wurde. Davon habe ich sogar Photos, wobei ich gestehen muss, dass ich den ganzen Abend (wenn ich nicht gerade Photos gemacht habe) meine Kameratasche umarmt und misstrauisch dreingeschaut habe... man kann diesen Engländern nicht trauen... und den Ausländern vom Erasmus erst recht nicht...
 Endlich Photos, da!

  Ich höre die ersten Aufschreie, das ist doch nicht Tea, das ist Vanesa!, und sie haben recht, der Spanierin Geburtstag haben wir nämlich am selben Abend nachgefeiert. Von der Bulgarin hingegen habe ich leider kein wirklich brauchbares Bild. Das Problem: die F1.4er nicht mitgenommen und sich puristisch stur geweigert den Blitz anzuwerfen (wusstet ihr, dass die Engländer auch "Blitz" dazu sagen?). Tja, lieber kein Bild, als ein schlechtes Bild, sagte schon Nietzsche (das ist jetzt erfunden, aber eine Nikon hätte gut zu ihm gepasst).


 Wo Sportler sind, da ist auch Wettbewerb. Das Kräftemessen oben zwischen Lucía (sechsmal die Woche Fitness, Spanien) und Noelia (Bronzemedaille im 800m-Lauf in Spanien 2009, Spanien). Klar, wer gewinnt; die Läuferin. Unten zu sehen: der Kampf der Giganten - Koen (hat schon so ziemlich jeden Sport gemacht, letzten Term Novice-Ruderer, Belgien) vs. Thomas (Senior-Ruderer und Stroke der M3, Deutschland). Kann Thomas den an Kraft und Hebel überlegenen Belgier mithilfe seines technisch versierten Handgelenks bezwingen? Nein.



  Was noch? Wir haben Tickets für den Jesus College May Ball gekauft, der mit lächerlichen 118 GBP einer der günstigsten ist! Wofür so viel Geld? Quasi ein Abschlussball für das erfolgreiche Studienjahr. Das reicht aber nicht: Die May Week (natürlich im Juni) beginnt nach den letzten Prüfungen und bietet zehn Tage lang (eine typische Woche halt) diverse Festivitäten; neben den verschiedenen Balls - nicht alle Colleges haben jedes Jahr einen Ball, daher Jesus und nicht St Catharine's für mich - gibt es noch sogenannte June Events und Garden Parties. Alles teuer und ziemlich posh, aber ist halt Cambridge. Aber wenigstens Essen und Trinken unbegrenzt inklusive :)
 Ein Bild von einem Pferd, das im Jesus College einfach mal im Garten rumsteht (bei der Aufnahme war es so dunkel, dass ich das Pferd kaum sehen konnte, ich dachte, es würde nur ein Schemen auf dem Photo werden - was cool gewesen wäre - war demnach also überrascht von dem Farbenfrohsinn, den die f1.4-Offenblende auf den LCD-Bildschirm gezaubert hat).

  Ich experimentiere auch ein bisschen mit Schwarz-weiß herum. Eines dieser Photos, die man am Anfang seiner DSLR-Karriere schießt, um die Kamera kennenzulernen.


 Ein letztes - zugegeben etwas peinliches (aber für euch tue ich alles) - Photo von meinem 20er-Jahre-Outfit für die Party am Sonntag. Die Hose habe ich von Noelia geliehen, die Haare mit teuer erworbenem Indestructible-Gel geleckt. Ich werde niemals verstehen, wie sich Menschen sowas freiwillig in die Haare schmieren...


 Wie kommen wir aber nun zu unserer heutigen Überschrift? Die letzten zwei Mittwochs-Vorlesungen in psy6 widmeten sich der Positiven Psychologie und wieder einmal habe ich viel über das Glück in der Wissenschaft erfahren (nach dem extensiven Seminar in Deutschland). Glücklich sein ist übrigens keine Wissenschaft! Die englische Regierung hat ein Mammut-Projekt in Auftrag gegeben, das die gesamte (gute) Forschung in diesem Bereich zu fünf Sprüchen zusammengefasst hat. Was ist also das Geheimnis des Lebens. Ich werde es mit euch teilen - Five Ways to Wellbeing:

1. Connect...
2. Be active...
3. Take notice...
4. Keep learning...
5. Give...

 Auf Deutsch: Triff dich mit Familie/Freunden/Kollegen, betreibe Sport, halt inne und genieße die Schönheit der Welt (mach am Besten ein Photo davon!), mach dich in jedem Alter schlau und schenke, denn das macht glücklicher, als beschenkt zu werden (wenn das Geschenk nicht voll scheiße ist, füge ich methodenkritisch hinzu).

  Aber warum authentisch? Der gute Herr Seligman (der perfekte Name für einen Glücksforscher) hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Welt wirklich wirklich glücklich zu machen und daher selbst seine Internetseite authentisiert: http://www.authentichappiness.sas.upenn.edu/Default.aspx
  Da gibt es auch feine Fragebögen, die die persönlichen Stärken erfassen (VIA). Wollt ihr meine wissen? Lassen wir Herrn Seligman sprechen:
 
"Your Top Strength
Appreciation of beauty and excellence
You notice and appreciate beauty, excellence, and/or skilled performance in all domains of life, from nature to art to mathematics to science to everyday experience.

Your Second Strength
Hope, optimism, and future-mindedness
You expect the best in the future, and you work to achieve it. You believe that the future is something that you can control.

Your Third Strength
Capacity to love and be loved
You value close relations with others, in particular those in which sharing and caring are reciprocated. The people to whom you feel most close are the same people who feel most close to you.

Your Fourth Strength
Humor and playfulness
You like to laugh and tease. Bringing smiles to other people is important to you. You try to see the light side of all situations.

Your Fifth Strength
Curiosity and interest in the world
You are curious about everything. You are always asking questions, and you find all subjects and topics fascinating. You like exploration and discovery."
  
  Und dreimal dürft ihr raten, welche meiner Stärken auf dem letzten Platz gelandet ist:
"Strength#24
Modesty and humility
You do not seek the spotlight, preferring to let your accomplishments speak for themselves. You do not regard yourself as special, and others recognize and value your modesty.
"

  Tja, da scheint das Messinstrument wohl kaputt zu sein. 

Fin.

Donnerstag, 27. Januar 2011

Dienstag, 25. Januar 2011

So Random

 Es gibt nicht wirklich die Sache zu berichten, aber so viele Kleinigkeiten.
 Die neue Kamera macht unsagbar viel Spaß, doch habe ich einen Aspekt unterschätzt: Bulkiness. Es gehört schon ein bisschen Mut dazu, mit dem doch recht großen Kaliber durch die Stadt zu laufen und Photos zu schießen. Obwohl sie die kleinste DSLR ist, die ich kenne, ist sie doch deutlich auffälliger als jede System-, Rangefinder-, geschweige denn Kompaktkamera. Fehlt bloß noch eine 70-200mm-Linse :D (die sind groß).
 Aber die Bilder lohnen sich. Eines meiner Lieblinge ist dieses hier von der King's College Chapel (natürlich), gerade wegen der starken Vignettierung (aufgrund der Streulichtblende) und wegen der Unschärfe.


 Dank schwenkbarem Display kann ich nun auch unbemerkt die lustigen Wurstmänner von der Hot Sausage Company aufnehmen, was ich mich mit der kompakten nie getraut habe. Bulky - still invisible sometimes. Von außen betrachtet sieht es nämlich so aus, als ob ich nur das Bild, das ich gerade aufgenommen habe, betrachten würde, aber eigentlich komponiere ich über den Screen schon das nächste Bild. Will dann mal in London ordentliche Straßen-Photographie betreiben - mit Menschen, die LKWs entladen und Nudeln essen und so.

 Ein weiteres relativ unbemerktes Photo habe ich von diesen schottischen Rollmöpsen im Sainybury's gemacht. Seit wann ist Rollmops denn bitte schottisch? Ich dachte, das wäre das superdeutscheste Kateressen schlechthin? Hab jetzt aber keine Lust den wikipedia-Artikel durchzulesen, auch wenn es meine Ignoranz beenden könnte. Schließlich muss ich mich über Vaterschaft schlau machen für den nächsten Essay. Einer, der meinen Zeitdruck übrigens besser zu verstehen scheint, als manch anderer, ist ausgerechnet (der in meinen Augen geisteskranke) David Firth. Seht selbst warum: http://www.fat-pie.com/time.htm



 Ich habe auch ein Stillleben bei Haile abgelichtet. Es war einfach zu still...


  Auf dem Weg heim von Haile hab ich dann eine kleine Photostrecke von dem Sidgewick-Campus gemacht. Alles ohne Stativ und trotzdem scharf! Ich liebe meine Kamera! Hier nur ein Bild davon:

 Und noch ein low light handheld von unserem College-Hauptgebäude: 













  Das so-gut-es-geht-fleischlos-Leben habe ich jetzt fürs Rudern etwas aufgelockert, da der Muskelaufbau ganz ohne Fleisch doch recht schwierig ist. Außerdem habe ich einiges aufzuholen, da die übrigen Ruderer um Längen besser sind. Extra-Trainingseinheiten sind aber leider nicht drin, da ich schon sechs mal die Woche rudern werde, dreimal davon im Wasser, dreimal davon im Gym, und ein Ruhetag unentbehrlich ist. Daher auch die leckeren Burger-Bilder, die aber leider in relativ schlechten Licht aufgenommen wurden (das Bild von meinem Uber-Burger mit Salat, roter Beete, Ananas, Spiegelei, Cheddar und Red Relish ist direkt von oben belichtet, wirft also auf sich selbst einen tiefen Schatten). Ich habe es aber geschafft, den Uber-Burger handheld bei wenig Licht zu essen! Good performance.
 






















...und dieser blöde unruhige Hintergrund... das nächste Mal nehme ich eine weiße Leinwand mit ins Restaurant und ein paar Schreibtisch- lampen.





 Ach, wo wir schon so wahllos sind, ein paar komische Fakten zu den letzten Statistiken. Über den gesamten Blog-Zeitraum sind nach Deutschland, den USA, UK und Niederlanden auf den Plätzen 5-10 folgende Staaten vertreten: Spanien, Russland, Rumänien, Ukraine, Belgien und Singapur. Zwei davon kann ich nachvollziehen, der Rest ist doch etwas exotisch. Weitere (meist wiederholte) Aufrufe kommen aus Belize, Slowenien, Kanada und Norwegen. Komisch komisch...

Freitag, 21. Januar 2011

How Were You Eeling Last Year?

 Viel zu spät, doch dennoch ungekürzt, der Eintrag über Ely. Schließlich kann ich euch diese Bilder (imaginative wie photographische) einfach nicht vorenthalten!
 Ich traf mich mit Katinka am Hbf und nachdem wir das unauffindbare Gepäcklager für ihre Koffer (sie würde nach Ely direkt gen London fliegen und dann heim nach Oslo) gefunden hatten, machten wir uns auf die viel zu kurze 15-minütige Bahnreise in die kleinste Kathedralsstadt Englands. Dort angekommen mussten wir feststellen, das Ely nicht nur eine Kathedrale, sondern auch einen Tesco zu bieten hatte. Der fiese Wind trieb uns eine grausame Kälte ins Gebein, während gleichzeitig die liebe Sonne uns die Gesichter wärmte.
 Wir hatten uns den richtigen Tag und die richtige Zeit ausgesucht, denn als wir die gigantische Kirche (nach ein paar Photos ihrer beeindruckenden Außenwirkung) durch eine massive Holztür und schwere Samtvorhänge betraten, war gerade eine Kinderadventsmesse kurz davor zu beginnen. Wir kauften uns schnell Tickets für eine Führung nach dem Gottesdientst und sicherten uns Plätze zwischen den wuselnden Vorschulkindern. Wir schauten uns belustigt eine kleine Aufführung mit den Süßen an (wie die Geburt Jesu einen grimmigen alten Gastwirt aufweicht) und sangen laut die Lieder mit.
 Eine halbe Stunde später erwartete und ein netter weißhaariger Mann mit einem blauen Wappen an einem Lederband um den Hals am Westportal der Kirche. Außer uns gab es nur noch einen weiteren Teilnehmer an der Führung, auch ein Student aus Cambridge. Wir erfuhren einiges über die (Bau-)Geschichte der Kathedrale und die Überreste der Heiligen Etheldreda, die in einem Schrein verehrt wurden, aber kunstgeschichtlich leider nur wenig. Hätte gerne das Wissen aus der Vorlesung damals in Deutschland aufgefrischt.
 Wir besuchten auch die legendäre Laterne der Kirche, deren Holz(!)konstruktion einzigartig auf der Welt ist, von innen wie von außen, also besser gesagt auf ihr drauf. Die Luft war so klar, dass wir bis Cambridge sehen konnten, der Turm der Kapelle von St. Johns als Pixel am Horizont.
 Nach der Führung gingen wir auf eine ausgiebige Photo-Tour durch den gesamten Bau und genehmigten uns ein Stück Kuchen und eine heiße Schokolade im Café in der Kathedrale.
 Von den zweihundert Photos, die ich schoss, habe ich einige wenige ausgesucht und für euch bearbeitet. Viel Spaß damit!























 Ihr seid am Ende angekommen und euch ist sicher aufgefallen, wie viele unterschiedliche Stile dieses architektonische Meisterwerk in sich vereint; vom Normannischen bis zur Spätgotik eigentlich alles.
Ich will auch gar nicht mit kunsthistorischen Ausschweifungen langweilen, aber achtet mal auf die verschiedenen Bögen, Streben, Gewölbe, Fensterdekors ("Maßwerk") und andere Dekorformen (z.B. das typisch englische diaper-work, welches auf den Bildern, glaube ich, leider nicht so gut zu sehen ist)... Mathematik in ihrer schönsten Form...