
Ssssoooo, der Tag begann, wenn man mal den ganzen Standard wie Duschen, Mittagessen, PC, etc weglässt, mit einem Besuch der Universitäts- bibliothek. Ich hatte mir ein nettes Buch zu Bindung und Adoption aus dem Keller hochbestellt und war nun bereit es auseinander zu nehmen. Wir reden übrigens von Freitag, dem 05.11., dem - nebenbei gesagt - ersten regnerischen Tag seit meiner Ankunft. Ich nahm an diesem Tag zum ersten Mal die Abkürzung durch das Queens College (unserem Rivalen!) und es ist schööön. Ihr seht, es wirkt gar nicht so verschieden von St Johns, aber es hat halt nicht den Palast im Hinterhof, die endlosen Parkanlagen und die beeindruckende "Kapelle" (die Anführungszeichen, da sie von der Größe und Austattung eher eine Stifts- oder Abteikirche ähnelt...). Dafür die Mathematikerbrücke :) Und das "Queens Ergs"-Wettrennen, an dem ich natürlich teilnehmen werde (Gründe siehe unten), wo acht Novizen pro College auf Rudermaschinen den Weltrekord im 500m-Sprint zu brechen versuchen. [Fun Fact: der Weltrekord liegt derzeit bei 1:15,9 Min., meine Bestzeit im Probelauf heute knapp dahinter bei erbärmlichen 1:47,3 Min.]. Dabei gäbe es einen guten Grund, schneller fertig zu sein: man muss nicht so lang leiden. Performanzunabhängig gibt's aber Gratis-T-Shirts :)


Nach svariaten Seiten zum Sountrack von Heroes of Might and Magic III und einem schönen Telefonat mit Mama auf dem Heimweg, galt es Vorbereitungen für den Abend zu treffen. Zur
Bonfire Night werden jedes Jahr am fünften November in vielen Städten prachtvolle Feuerwerke gezündet. Und mit "prachtvoll" meine ich spektakulär, oppulänt,
BAM!
Wir trafen uns mit ein paar Erasmus-Leuten beim Jesus-College und gingen zusammen zum Schauplatz, dem Jesus Green, wo auch ein Jahrmarkt aufgebaut war, von dem ich zuvor mal gar nichts mitbekommen hatte. Da ich aufgrund des bislang sonnigen Wetters keinen Regenschirm gekauft hatte, musste ich unter Katinkas (Norwegen) Schutz suchen. Aus der sicheren Trockenheit nahm ich u.a. dieses Bild und auch ein Video auf, das ihr auf facebook bestaunen dürft. Es war ein wunderschönes, lautes und kunstvoll komponiertes Feuerwerk. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, das schönste meines Lebens. Hach...
Auf dem nächsten Photo seht ihr v.l.n.r. Katinka, mich und Vanesa (Spanien, genauer: Tharagotha) unter
Schirmen.
Gespannt warteten seine Leser auf die Aufklärung über die Bonfire Night.
Remember, remember the fifth of November,
gunpowder, treason and plot,
I see no reason why gunpowder treason
should ever be forgot.
Guy Fawkes, Guy Fawkes,
’twas his intent
to blow up the King and the Parliament.
Three score barrels of powder below,
Poor old England to overthrow:
By God’s providence he was catch’d
With a dark lantern and burning match.
Holloa boys, holloa boys, make the bells ring.
Holloa boys, holloa boys, God save the King!
Hip hip hoorah!
Wer V wie Vendeta gesehen oder im Englisch- unterricht aufgepasst hat, weiß um die Geschichte von Guido Faukes (oder auf englisch Guy Fawkes), dem katholischen Sprengstoffexperten, der zusammen mit vielen anderen Männern in einer Verschwörung gegen den Monarchen den Palace of Westminster in die Luft sprengen wollte. Viele Gedanken mögen hier folgen, wie "wäre ein klassischer Meuchelmord nicht günstiger gewesen, um auf die Unterdrückung der Katholiken aufmerksam zu machen" oder "oh, die extremistischen Katholiken waren schon Sprengstoffexperten, lange bevor es die Islamisten waren", aber nein, nur einer ist angebracht: "Schweine!". Habt ihr schon mal den Palace of Westminster gesehen? Er ist wunderschön! Sowas sprengt man nicht einfach in die Luft! Wobei, Moment: Gunpowder Plot 1605 und Errichtung des heutigen Parlamentsgebäudekomplexes irgendwann im 19. Jh. ...uups. Vergesst, was ich geschrieben habe, bin auch zu faul, alles zu löschen und stattdessen was anderes zu schreiben :) Ist jedenfalls alles gescheitert und die Leute wurden ultrabrutal hingerichtet (bis zur Bewusstlosigkeit gehängt, dann die Gedärme rausgerissen und die Leiber enthauptet und gevierteilt). Was bis 1870 übrigens eine Standardstrafe für Kapitalverbrechen dieser Art war. Ich empfehle http://de.wikipedia.org/wiki/Hanged,_drawn_and_quartered
- wikipedia bildet
Zusätzlich zum Feuerwerk wird eine Guy-Fawkes-Puppe verbrannt. Hier die Reste.
Eine süße Verlockung auf der Kirmes: Bratwurststeakschinkenspeck-Baguettes. Who wouldn't be tempted?
Hab zufällig in einem Bild dieses süße Paar erwischt. Der Bildausschnitt betont die Liebenden, aber im Hintergrund seht ihr auch ein bisschen Dult.
Mit nassen und matschigen Füßen retteten wir uns in die King's College Bar, denn eigentlich sollte das Feuerwerk nur zum Vorgeplänkel des Erasmus-College-Bar-Crawl (dt. Kneipentour) dienen. Letztendlich haben wir es zu keinem weiteren College mehr geschafft. Lag wohl am Regen. Wir sind aber noch zur Student's Union gelaufen, wo scheinbar eine weitere Party in fancy dress angesagt war. Mit Feuerjonglage im Hof und einem Tanzflur mit House-Musik. Und wie ihr seht, habe ich mein Limbo-Talent immer noch nicht verloren. Wir versackten bis drei Uhr morgens in Noelias (Spanien, ebenfalls Tharagotha, aber sie reitet nicht so viel auf dem "th" herum, wie Vanesa) Zimmer bei David Guetta und Lady Gaga. Gute Nacht.
Da dieser Blog nach meiner Rückkehr nach Deutschland in einen Fashion-Blog transformiert werden wird (damit ich weiterhin einen Grund zu schreiben habe), hier schon ein erster Vorgeschmack: Mode, die man noch nirgends zuvor gesehen hat!
Weil man sie einfach nicht sieht. Ich beziehe mich auf die Streifenpassung, um Fragen vorzubeugen. A dopo!